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SUP und Schnorcheln in Portimão – lohnt sich das?

Aktualisiert 27. August 2026 · 5 Min. Lesezeit

Drei Paddler gleiten über spiegelglattes Wasser vor gelben Sandsteinfelsen

Kurze Antwort vorweg: Stand-up-Paddling lohnt sich an dieser Küste, Schnorcheln nur mit angepassten Erwartungen. Wer beides in einer geführten Tour ab der Marina de Portimão sucht, findet erstaunlich wenig – und das hat Gründe, die niemand gern aufschreibt.

Der Atlantik ist nicht das Mittelmeer

Das Wasser vor der Algarve hat im August im Mittel um die 20 Grad. In guten Jahren werden es an geschützten Stellen 23 bis 25 Grad, in kühlen Sommern bleibt es bei 17 oder 18. Die Badesaison beginnt Mitte Mai, wenn die Küstengewässer erstmals ungefähr 20 Grad erreichen; im Winter liegen sie um 16 Grad.

Zum Vergleich zum Schnorcheln in Kroatien oder Ägypten: Das ist kühl genug, dass die meisten nach vierzig Minuten von selbst rauskommen. Ein Shorty oder ein dünner Neoprenanzug verlängert die Zeit im Wasser erheblich, und Verleihstationen an den größeren Stränden haben welche.

Die Sicht liegt typischerweise zwischen fünf und fünfzehn Metern und schwankt stark. An einem ruhigen Julitag nach mehreren windstillen Tagen kann sie zwanzig Meter erreichen. Nach Dünung oder auflandigem Wind sind es zwei, weil aufgewirbelter Sand in der Schwebe hängt. Juli und August liefern statistisch die beste Kombination aus Sicht, Temperatur und ruhiger See, Juni und September fast dasselbe mit weniger Andrang.

Und ehrlich zur Ausbeute: Es gibt hier keine Korallen und keine bunten Rifffische. Was du siehst, sind Meerbrassen, Lippfische, gelegentlich ein Oktopus, Seeanemonen in Felsspalten – und vor allem die Felsformationen selbst, die unter Wasser weitergehen. Wer das mag, hat viel davon. Wer Farbenrausch erwartet, wird enttäuscht.

Wo SUP funktioniert – und wo nicht

Die Ria de Alvor ist der klare Favorit für ruhiges Paddeln. Die Lagune westlich von Portimão ist flach, geschützt und voller Vögel; Wind und Dünung der offenen Küste kommen hier kaum an. Achte auf die Gezeiten: Der Tidenhub liegt bei drei bis vier Metern, und bei ablaufendem Wasser wird aus einer Lagune schnell eine Sandbank. Frag beim Verleih nach dem Zeitfenster, das an diesem Tag passt.

Der Rio Arade bei Ferragudo ist die zweite geschützte Option und führt flussabwärts an der Altstadt und den Festungen vorbei zur Mündung.

Die offene Küste zwischen Portimão und Carvoeiro ist landschaftlich das Beste, was hier geht – Felsnadeln, kleine Höhlen, Buchten ohne Landzugang. Sie ist aber nur bei ruhiger See und am Vormittag sinnvoll. Der Bereich um João de Arens liegt im Windschatten von Nord und Nordwest und bleibt deshalb länger paddelbar als der Rest.

Der Wind, den kaum jemand erwähnt

Das ist der wichtigste Absatz dieses Artikels. Im Sommer weht an der Algarve nachmittags die Nortada, ein thermischer Wind aus Nord bis Nordwest, der ab etwa ein, zwei Uhr auf 15 bis 25 Knoten auffrischt.

Die Südküste schaut nach Süden. Ein Nordwind ist hier also ablandig – er drückt vom Land aufs offene Meer hinaus. Auf einem aufblasbaren Board mit viel Fläche und wenig Gewicht bedeutet das: Rauspaddeln geht mühelos, Zurückkommen unter Umständen nicht mehr. Genau so entstehen die Einsätze, von denen man dann in der Zeitung liest.

Praktisch heißt das: SUP auf der offenen Küste vormittags, nachmittags in die Lagune oder auf den Fluss. Leine immer ans Bein. Nie allein rausfahren. Und die Vorhersage vorher ansehen – der portugiesische Wetterdienst IPMA und die üblichen Wind-Apps decken diese Küste gut ab.

Fürs Schnorcheln gelten zwei weitere Punkte: An vielen Stränden ist Schnorcheln nur außerhalb der markierten Badezonen erlaubt, und in Felsnähe stehen Strömungen, die man von oben nicht sieht. Allein an einsamen Stellen schnorcheln ist keine gute Idee.

Was es kostet

Ab Ferragudo gibt es eine selbstgeführte Kajak- oder SUP-Ausleihe vom Fluss bis zur Höhle für 28 € über vier Stunden. Die Bewertung ist sehr gut, beruht aber auf wenigen Rückmeldungen – nimm sie als Hinweis, nicht als Beweis.

Eine geführte Kombination aus Kajak, Höhlen und Schnorchelstopp kostet 32 €; sie startet allerdings in Albufeira, rund vierzig Autominuten östlich von Portimão. Wer die Fahrt nicht machen will, findet ab Portimão stattdessen Bootstouren mit Schwimmstopp – eine Kleingruppenfahrt mit maximal zwölf Gästen zu den Höhlen, Praia da Marinha und Badepause liegt bei 35 €.

Was es ab der Marina de Portimão praktisch nicht gibt, ist die klassische geführte Gruppentour „SUP plus Schnorcheln”. Wer Board und Schnorchel zusammen will, bekommt das hier fast nur als privaten Charter – und der beginnt bei mehreren hundert Euro fürs Boot.

Ausrüstung

Maske und Schnorchel leihen die bewirtschafteten Strände für etwa 5 bis 10 € am Tag. An abgelegenen Stränden wie Praia da Marinha oder Três Castelos gibt es keinen Verleih – dorthin nimmst du eigenes Zeug mit oder gar keins.

Dazu: Sonnenschutz, der im Wasser hält (auf dem Board bekommst du Sonne von oben und von der Wasserfläche), eine Kappe mit Band, Wasser, und Schuhe, mit denen du über Felsen ins Wasser kommst. Der Einstieg an den schönen Schnorchelstellen ist selten sandig.

Für wen sich das lohnt

Ja, wenn du gern selbst unterwegs bist, einen halben Tag Zeit hast und die Landschaft der eigentliche Grund ist. Die Ria de Alvor am frühen Morgen ist eines der stillsten Erlebnisse an dieser Küste.

Eher nein, wenn du eine fertige, geführte Halbtagestour mit allem Drum und Dran suchst. Dann bist du mit einer geführten Kajaktour besser bedient – die fährt zuverlässig, hat einen Guide dabei und kommt an Stellen, die du allein nicht ansteuern solltest. Der Vergleich zwischen Kajak und Boot steht ausführlich in Kajak oder Boot für die Benagil-Höhle.

Weitere Aktivitäten an Land und auf dem Wasser findest du unter Erlebnisse in Portimão, die Fahrten zu den Höhlen selbst unter Benagil-Höhlentouren.

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