SUP und Schnorcheln in Portimão – lohnt sich das?
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Kurze Antwort vorweg: Stand-up-Paddling lohnt sich an dieser Küste, Schnorcheln nur mit angepassten Erwartungen. Wer beides in einer geführten Tour ab der Marina de Portimão sucht, findet erstaunlich wenig – und das hat Gründe, die niemand gern aufschreibt.
Der Atlantik ist nicht das Mittelmeer
Das Wasser vor der Algarve hat im August im Mittel um die 20 Grad. In guten Jahren werden es an geschützten Stellen 23 bis 25 Grad, in kühlen Sommern bleibt es bei 17 oder 18. Die offizielle Badesaison in Portimão läuft vom 1. Juni bis zum 30. September (2026); im Mai hat das Wasser meist erst um die 17 Grad, im Winter liegt es um 16 Grad.
Zum Vergleich zum Schnorcheln in Kroatien oder Ägypten: Das ist kühl genug, dass die meisten nach vierzig Minuten von selbst rauskommen. Ein Shorty oder ein dünner Neoprenanzug verlängert die Zeit im Wasser erheblich, und Verleihstationen an den größeren Stränden haben welche.
Die Sicht liegt typischerweise zwischen fünf und fünfzehn Metern und schwankt stark. An einem ruhigen Julitag nach mehreren windstillen Tagen kann sie zwanzig Meter erreichen. Nach Dünung oder auflandigem Wind sind es zwei, weil aufgewirbelter Sand in der Schwebe hängt. Juli, August und September bringen das wärmste Wasser, im Mittel um die 20 Grad; Juni und September sind an den Stränden ruhiger.
Und ehrlich zur Ausbeute: Es gibt hier keine Korallen und keine bunten Rifffische. Was du siehst, sind Meerbrassen, Lippfische, gelegentlich ein Oktopus, Seeanemonen in Felsspalten – und vor allem die Felsformationen selbst, die unter Wasser weitergehen. Wer das mag, hat viel davon. Wer Farbenrausch erwartet, wird enttäuscht.
Wo SUP funktioniert – und wo nicht
Die Ria de Alvor ist der klare Favorit für ruhiges Paddeln. Die Lagune westlich von Portimão ist flach, geschützt und voller Vögel; Wind und Dünung der offenen Küste kommen hier kaum an. Achte auf die Gezeiten: Der Tidenhub liegt bei drei bis vier Metern, und bei ablaufendem Wasser wird aus einer Lagune schnell eine Sandbank. Frag beim Verleih nach dem Zeitfenster, das an diesem Tag passt.
Der Rio Arade bei Ferragudo ist die zweite geschützte Option und führt flussabwärts an der Altstadt und den Festungen vorbei zur Mündung.
Die offene Küste zwischen Portimão und Carvoeiro ist landschaftlich das Beste, was hier geht – Felsnadeln, kleine Höhlen, Buchten ohne Landzugang. Sie ist aber nur bei ruhiger See und am Vormittag sinnvoll. Der Bereich um João de Arens liegt im Windschatten von Nord und Nordwest und bleibt deshalb länger paddelbar als der Rest. Weiter östlich, rund um die Benagil-Höhlen, schränkt die Hafenbehörde von Portimão das Starten von Kajaks und Boards an mehreren Stränden ein und erlaubt es nicht, schwimmend oder auf dem Board in die Höhle zu gelangen – prüfe vor dem Paddeln dort den aktuellen Aushang der Capitania do Porto de Portimão.
Der Wind, den kaum jemand erwähnt
Das ist der wichtigste Absatz dieses Artikels. Im Sommer frischt der Wind an dieser Küste nachmittags regelmäßig auf, und wenn er aus Nord bis Nordwest kommt – die Nortada –, kann er kräftig blasen, vor allem später am Tag.
Die Südküste schaut nach Süden. Ein Nordwind ist hier also ablandig – er drückt vom Land aufs offene Meer hinaus. Auf einem aufblasbaren Board mit viel Fläche und wenig Gewicht bedeutet das: Rauspaddeln geht mühelos, Zurückkommen unter Umständen nicht mehr. Genau so entstehen die Einsätze, von denen man dann in der Zeitung liest.
Praktisch heißt das: SUP auf der offenen Küste vormittags, nachmittags in die Lagune oder auf den Fluss. Leine immer ans Bein. Nie allein rausfahren. Und die Vorhersage vorher ansehen – der portugiesische Wetterdienst IPMA und die üblichen Wind-Apps decken diese Küste gut ab.
Fürs Schnorcheln gelten zwei weitere Punkte: Wo du an einem bewachten Strand schnorcheln darfst, legen die Strandflaggen und Schilder fest – schau sie dir an oder frag den Rettungsschwimmer –, und in Felsnähe stehen Strömungen, die man von oben nicht sieht. Allein an einsamen Stellen schnorcheln ist keine gute Idee.
Was es kostet
Eine geführte Kajaktour zu Höhlen und Stränden kostet 32 €; wo sie startet und ob es einen Schnorchelstopp gibt, steht auf der Buchungsseite. Ab Portimão gibt es außerdem Bootstouren zu den Höhlen – eine kostet 35 €; Gruppengröße, Stopps und ob es eine Badepause gibt, stehen auf der Buchungsseite.
Was es ab der Marina de Portimão nur schwer gibt, ist die klassische geführte Gruppentour „SUP plus Schnorcheln”. Wer Board und Schnorchel zusammen will, bekommt das hier meist nur als privaten Charter, der pro Gruppe statt pro Person berechnet wird – private Bootstouren auf dieser Seite beginnen bei 120 €.
Ausrüstung
Bewirtschaftete Strände verleihen oft Maske und Schnorchel, meist für ein paar Euro am Tag. An ruhigeren Stränden wie Praia da Marinha oder Três Castelos solltest du nicht mit Verleih rechnen – dorthin nimmst du eigenes Zeug mit oder gar keins.
Dazu: Sonnenschutz, der im Wasser hält (auf dem Board bekommst du Sonne von oben und von der Wasserfläche), eine Kappe mit Band, Wasser, und Schuhe, mit denen du über Felsen ins Wasser kommst. Der Einstieg an den schönen Schnorchelstellen ist selten sandig.
Für wen sich das lohnt
Ja, wenn du gern selbst unterwegs bist, einen halben Tag Zeit hast und die Landschaft der eigentliche Grund ist. Die Ria de Alvor am frühen Morgen ist eines der stillsten Erlebnisse an dieser Küste.
Eher nein, wenn du eine fertige, geführte Halbtagestour mit allem Drum und Dran suchst. Dann bist du mit einer geführten Kajaktour besser bedient – sie hat einen Guide dabei und kommt an Stellen, die du allein nicht ansteuern solltest, wird bei Dünung aber als eine der ersten abgesagt. Der Vergleich zwischen Kajak und Boot steht ausführlich in Kajak oder Boot für die Benagil-Höhle.
Weitere Aktivitäten an Land und auf dem Wasser findest du unter Erlebnisse in Portimão, die Fahrten zu den Höhlen selbst unter Benagil-Höhlentouren.